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Evangelische Realschule Ortenburg
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Historie

Kurze Geschichte des Konfirmandenhauses in Ortenburg

Die Geschichte der Evangelischen Realschule Ortenburg beginnt mit dem Konfirmandenhaus, der KO,  das mit Abstand das älteste der vier Häuser der Evang. Realschule ist.

Die Anfänge liegen über 125 Jahre zurück. 1887 war der bayerische Gustav-Adolf-Hauptverein in Nürnberg Gastgeber der Hauptversammlung aller deutschen Vereine dieses Diaspora-Liebeswerks der Evang. Kirche. Die Festgaben anlässlich dieses Ereignisses erreichten eine Rekordhöhe. Nach Abzug aller Kosten blieb ein Überschuss von 2.155,00 RM. Auf Antrag von Stadtpfarrer Nagel aus Nürnberg beschloss man einmütig, die Summe als Grundstock für die Gründung einer Konfirmandenanstalt zu bestimmen, wie es deren damals in anderen Landeskirchen schon zehn gab. Sie sollte vor allem den evangelischen Kindern der Oberpfalz und Niederbayerns zugutekommen. Man begann Aufrufe zu erlassen und zu sammeln‚ unter anderem bei allen bayerischen Konfirmanden. Das Echo war groß.

Aber noch war der künftige Ort nicht gefunden. Da kam im Jahr 1892 das Angebot aus Ortenburg, ein stattliches Haus, das von der Marktgemeinde eigentlich als Krankenhaus gekauft worden war, für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Auf der Versammlung des bayerischen Gustav-Adolf-Vereins in Augsburg wurde am 9. Juni 1892 der Beschluß gefasst, noch im selben Jahr die bayerische Konfirmandenanstalt in Ortenburg zu eröffnen. Die Pflegschaft übernahm zunächst der „Frauen- und Jungfrauen-Verein zur evangelischen Gustav-Adolf-Stiftung in Nürnberg“ unter der Leitung von Pfarrer Nagel, wie überhaupt die Gustav-Adolf-Frauenvereine in Bayern die aktivsten Förderer des Vorhabens waren.

§ 1 der Satzung von damals sagt, was man beabsichtigte:

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Dieses Angebot war vor allem für die Familien eine wesentliche Hilfe, die es sich nicht leisten konnten, ihre Kinder bei evangelischen Familien in Regensburg oder an anderen größeren Orten in Kost und Logis zu geben. Längst nicht alle Interessenten konnten aufgenommen werden. Dem Münchener Architekten Carl Lemmes wurde die Planung übertragen. Es entstand „ein ganz stattliches Gebäude, welches ohne allen Luxus in seiner äußeren Gestaltung doch das schönste und größte Gebäude im Markte Ortenburg ist“, – so berichtete damals das Nürnberger Evangelische Gemeindeblatt. Am 6. Okt. 1897 wurde mit Gästen aus fast allen Teilen Bayerns das neue Haus durch Oberkonsistorialrat Dr. Burger – München, eingeweiht.

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Schon damals wurde „die breite massive Steintreppe mit schönem eisernen Geländer „bewundert. Als große Errungenschaft galt die eigens angelegte „fließende Wasserleitung“.

Man hatte damals auch sonst noch andere Maßstäbe: „Die gesamte Nord- und Südseite des ersten Stockwerks wird von den beiden Schlafsälen mit je zwei Reihen eiserner Bettstellen eingenommen. In jedem derselben ist Raum für 25 – 30 Betten“. Was heute für alle Jugendliche vorgesehen ist, kleine eigene Zimmer, wurde damals nur den Diakonissen eingeräumt, die die Schlafsäle zu überwachen hatten.

Bereits 1899 wurde im gleichen Gebäude eine Haushaltungsschule eröffnet, deren Schülerinnen zugleich die hauswirtschaftlichen Arbeiten im Konfirmandenhaus besorgten. Auch hier waren der rührige Ortspfarrer Schwindel unterstützt von den Diakonissen aus dem Augsburger Mutterhaus zusammen mit Pfarrer Nagel – Nürnberg und dem ökonomischen Verwalter, Kaufmann Bachmeyer aus Ortenburg, die treibenden Kräfte. Wie fruchtbar sich diese Initiative auswirkte, zeigt die Tatsache, dass 1914 für diese Haushaltungsschule das imponierende Gebäude errichtet werden konnte, das heute die Realschule beherbergt.

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Es war nicht der erste Weltkrieg, sondern ein Brand, der am 19. Okt. 1921 das Gebäude in eine Ruine verwandelte. Fast unverändert wiederaufgebaut tat das Haus seinen Dienst bis zur Beschlagnahme im zweiten Weltkrieg. Inzwischen war es vom Trägerverein der Landeskirche übereignet worden, um es nach Möglichkeit dem Zugriff des nationalsozialistischen Staates zu entziehen. Aus einem gleichsam von einer Bürgerinitiative getragenen Werk war nun eine Institution der Evang.-Luth. Kirche in Bayern geworden.

Vieles hat sich seit den alten Zeiten der „Bayerischen Konfirmandenanstalt“ geändert. Unverändert soll auch in Zukunft gelten, dass dieses Haus eine Stätte des Dienstes an Jugendlichen ist und bleibt und damit zugleich Familien pädagogische Hilfestellung leistet.

 

ICH WILL DICH SEGNEN, UND DU SOLLST EIN SEGEN SEIN

1. Mose 12, 1.2

Alte Inschrift an der Ostfassade des Konfirmandenhauses

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